Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war 

„Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“ ist eine Erzählung von Paulus Hochgatterer und 2017 im Deuticke Verlag erschienen.
Die Handlung spielt in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Protagonistin und zugleich auch Erzählerin ist die 13-jährige Nelli. Sie stammt ursprünglich aus Donauschwaben, hat jedoch ihre Eltern verloren und lebt seitdem nach ihrer Flucht bei einer österreichischen Bauernfamilie. Sie selbst darf, im Gegensatz zu den anderen Kindern der Familie, nicht in die Schule gehen, sie ist jedoch überaus intelligent und liebt es, alle möglichen Dinge in ihr Notizbuch zu schreiben. Unter anderem zählt sie darin die Tage, die sie schon bei der Familie lebt.
Erzählt wird der durch den Krieg aus der Normalität gerissene Alltag der Familie. Denn neben dem Sohn, der in einer Schlacht gefallen ist, taucht wie aus dem Nichts auch noch ein russischer Soldat auf, dem ebenfalls Unterschlupf geboten wird.
Neben der normalen Handlung, bei der jedes Kapitel mit einem Datum beginnt, gibt es noch drei abgegrenzte Erzählungen, die ebenfalls aus der Perspektive der 13-Jährigen erzählt werden. Unter anderem die Geschichte eines Piloten, der sich gerade noch aus einem Flugzeug retten kann und es dann aber doch nicht mehr schafft, am Leben zu bleiben. Doch all diese Geschichten besitzen einen Plot-Twist, der sich in „what if’s…“ äußert, wodurch der kindliche Blick behalten wird.
„Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“ ist ein sehr durchdachtes und sprachlich sehr schönes Buch mit Erzählungen, die Hand und Fuß haben. Jedoch wird man meiner Meinung nach bei der ersten Nebenerzählung etwas aus der Handlung gerissen und ich habe den Hintergrund beim ersten Mal noch nicht wirklich deuten können. Sehr gut gefällt mir der Blick des jungen Mädchens, den Hochgatterer gewählt hat. Dieser schafft in einer ernsten Kriegsgeschichte etwas Leichtigkeit.
 
Sigrun Perus, 5B