Technisches Werken

Das Unterrichtsfach „Technisches Werken“ wird an unserer Schule in der 1. und 2. Klasse als wahlweise Alternative zu „Textilem Werken“ angeboten. Klischeehaft formuliert heißt das „Hammer und Nagel“ versus „Häkelnadel und Wollknäuel“. Die Wahl hat dabei mit der Anmeldung zur 1. Klasse zu erfolgen und ist für die ersten zwei Schuljahre bindend. In beiden Fachbereichen steht uns dabei im ersten Jahr eine Doppelstunde, im zweiten Jahr eine Einzelstunde pro Woche zur Verfügung.

Im ersten Jahr des Fachbereichs „Technisches Werken“ steht vor allem das Kennenlernen von und der richtige Umgang mit diversen Materialien, Werkzeugen und Maschinen im Vordergrund – von Holz bis Metall, vom Hammer bis zum Lötkolben, von der Schleifscheibe bis zur Standbohrmaschine. Die richtige und sichere Handhabung diesen noch unbekannten Objekten, der Erwerb und die Festigung von handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten stehen im Zentrum dieses Jahres. Auch die Ausbildung und Förderung eines Verantwortungsbewusstseins sich und den Mitschülerinnen und Mitschülern gegenüber ist wichtig. Anhand vorgegebener Werkstücke sollen die Schülerinnen und Schüler all diese Kompetenzen möglichst umfassend erwerben, um sie dann in der 2. Klasse bereits mehrheitlich selbstständig abrufen und einsetzen zu können.

Aus diesem Grund bilden im zweiten Jahr auch die Begriffe „Individualität“ und „Kreativität“ das Zentrum der Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler können sich Werkstücke frei aussuchen, sollen für diese Gestaltungskonzepte entwerfen und umsetzen und gleichzeitig das im ersten Jahr Erlernte möglichst selbstständig anwenden. Auch die Zusammenarbeit in der Gruppe, das gegenseitige Unterstützen und Beraten sollen in diesem Jahr gefördert und intensiviert werden.

Am Schluss der „Werkausbildung“ steht schließlich ein Werkprojekt, wo die Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen gemeinsam ein größeres Vorhaben umzusetzen haben, das ihnen Materialien und Arbeitsweisen näher bringt, die im Rahmen des „normalen“ Unterrichts keinen Platz gefunden haben. In den letzten Jahren entstanden so für unseren Schulgarten zum Beispiel eine Blockhütte mit Terrasse, ein Hochbeet mit Liegewiese, Sitzgruppen sowie Bühnenpodeste, die im Festsaal bei zahlreichen Auftritten Verwendung finden.

Neben der fachlichen Ausbildung steht gerade im Fach „Technisches Werken“ die Hinführung der Kinder auf die Schulung der Eigenverantwortung im Mittelpunkt: Die Kinder sollen lernen, dass Arbeitshaltung und Fleiß genauso einen Einfluss auf die Wahrnehmung durch Andere haben – in diesem Fall dem Lehrer und damit die Leistungsbeurteilung -, wie Begabung und Vorwissen – jeder ist (für seine Schulnote) selbst verantwortlich! Aus diesem Grund versuchen wir auch, den Einfluss der Eltern auf die Arbeitshaltung der Schülerinnen und Schüler ganz bewusst auf ein Mindestmaß zu beschränken und nur in Ausnahmefällen die Hilfe bei der Motivation der Kinder in Anspruch zu nehmen, wie dies in anderen Gegenständen der Fall ist. Denn anders als in vielen Fachbereichen erkennen Schülerinnen und Schüler bereits in diesen jungen Jahren den Bezug zwischen ihrer gegenständlichen Arbeit und der dafür erhaltenen Wertschätzung und Beurteilung. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, wirkt sich das auch überaus positiv auf die Einstellung und Arbeitshaltung in anderen Fächern aus und wir hoffen daher auch weiterhin auf die Unterstützung und Akzeptanz der Eltern.

Wir – das „Werkteam“ – freuen uns auf die Arbeit mit Ihrem Kind und garantieren Ihnen nach zwei Jähriger Ausbildung zur „Fachkraft“ eine Heimwerkerqueen bzw. einen Heimwerkerking im Haus, der Sie umfassend bei allen handwerklichen Herausforderungen im Haushalt tatkräftig unterstützen wird!

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