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Gedanken zu meiner Zeit am Sacré Coeur Wien

Vor ungefähr 11 1/2 Jahren begann das Abenteuer genau hier, in unserer Schulkirche. Da drüben saß ich im September 2002, neben meiner Mama und meinen Taufpaten, und war wahnsinnig nervös. „CRYSTL ASTORGA“ sagte Fr. Dir. Reinhardt damals, und so stand ich auf und ging in meinem Röckchen und der Krawatte hinunter in den Gang, und stellte mich neben meine heute noch gute Freundinnen: Katze und Anna. Nein, mein Schulleben war nicht so spannend wie das Harry Potters, aber es gab wohl gleich viele Kämpfe, oder Überraschungen, aber auch viele Tränen und viel zu lachen. Viele Lektionen wurden uns Tag für Tag beigebracht, und in ein paar Wochen werden wir nun abgefragt, ob wir denn tatsächlich das Volumen eines Drehhyperboloids berechnen können. Aber was noch viel wichtiger als die Lektionen in
Mathe war – und damit nichts gegen Mathe - waren all jene, die nicht in den täglichen 50 Minuten stattfanden. Diese waren es, die mich so sehr mit dieser Schule verbunden haben. Eine sehr wichtige Lektion, die ich hier vermittelt bekommen habe: Liebe. Mag jetzt komisch klingen, Schule & Liebe, aber
ja, ich bin mit vielen Arten von Liebe in Berührung gekommen: das erste Schwärmen um den einen Burschen, den alle toll fanden; der erste Freund; die aufgezwungene Liebe zu allen Lateinbüchern, um sich ein wenig zum Lernen zu motivieren; die Auf und Ab Liebe zu den Eltern, durch die Pubertät, die
Entwicklung meiner Beziehung zu Gott. Die verschiedensten Arten von Liebe, und nicht nur DIE Liebe in dem Sinne, sondern auch ein einfaches Gernhaben von bestimmten Lehrern, oder auch diese gewisse Hassliebe. Die verschiedensten Beziehungen wurden hier aufgebaut und gestärkt, manche werden uns noch ein weiteres Stück unseres Lebens begleiten, oder gar für immer, andere Wege werden sich gleich trennen, aber neue Wegbegleiter werden nicht lange auf sich warten lassen. Genau wie in den letzten
acht Jahren: neue Klassenkameraden kamen, andere Freunde gingen. Heute bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich sagen kann: alles ist genauso
passiert, wie es passieren sollte, und so wie es jetzt ist, ist es für mich perfekt. Das Sacre Coeur ist für mich schon lange keine Schule mehr. Erst vor kurzem
sagte eine Mitschülerin von mir in der Feedbackrunde zu Religion, dass es in vielen Fächern, darum geht das Richtige zu finden – Mathematik, oder Chemie zum Beispiel – in Religion aber ging es darum, das Richtige für einen selber zu finden. Dieses schöne Zitat möchte ich nicht nur auf den Reliunterricht, sondern auf mein ganzes Schulleben übertragen. Ich habe an dieser Schule das Richtige für mich gefunden, und mit dem Richtigen meine ich die Erfahrungen, die mich haben hart stürzen, aber auch wieder aufstehen lassen; ich meine die Freunde, die gefunden, und dann wieder verloren wurden; die Streitereien, die eskalierten, und sich dann wieder zu Versöhnungen verwandelten. Diese Schule ist ein sehr großer und wichtiger Teil meines Lebens, und was Sophie Barat damals begonnen hat, habe ich, und haben alle meine Klassenkameraden weitergeführt, und genauso werdet auch ihr es die nächsten Jahre tun. Schätzt jeden Tag, denn wenn ihr einmal so nah am Ende seid wie wir gerade, werdet ihr merken, wie wenig ihr die Zeit genützt habt. Den Dank, den ich den Lehrern, meiner Mutter und Familie,den Menschen im Hintergrund an dieser Schule (und davon gibt es Massen, man glaubt es kaum) undnatürlich Herrn Direktor Hallwirth aussprechen möchte, wird niemals in Worte zu fassen sein. Und wasich schon immer einmal sagen wollte, da mich auch High School Musical in meiner Schulzeit oft und viel begleitet hat, Ziel 4 des Sacre Coeurs- die Gemeinschaft: WE'RE ALL IN THIS TOGETHER!

Crystel