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Gedanken der Maturantinnen und Maturanten im Jahr 2013

Die Hände meiner Sacré Coeur-Zeit

Vor 14 Jahren hat die Hand meiner Mutter mich zum ersten Mal dem Sacré Coeur anvertraut. Meine Kindergartentanten hatten sanfte Hände, weiche Hände, mit denen sie mich in die Gruppe geführt und mit der neuen Umgebung vertraut gemacht haben. An diesen Händen bin ich zwei Jahre später in die Volksschule gestolpert, unsicher, aber voller Vorfreude und wurde von den Händen meiner Volksschullehrerin empfangen, die mir die Schuppe eines Fisches in die meinen drückte: meinen Platz in einer Gemeinschaft, die ich vier Jahre später – bereits empfänglich für Nostalgie – verlassen würde. Verschiedene Hände sind mir im Gedächtnis geblieben von meiner Volksschulzeit: die energischen, dirigierenden meiner Religionslehrerin und gleichzeitig Chorleitern, die liebevollen Hände der Lehrerinnen, die Sticker ins Rechenbuch kleben und Schaukeln anstoßen. Und mich schließlich sanft ins Gymnasium hinübergeschubst haben.
Meine Gymnasialzeit: aufgefangen von den mütterlichen Händen der Lehrerinnen, die am Schikurs über heiße Stirnen streicheln, Hände verschiedener LehrerInnen, die nachsichtig Hausübungen zu spät annehmen, entschuldigend minus eintragen und freudig dieselben wieder ausbessern, energische Hände, die schon einmal mahnend den symbolischen Zeigefinger erheben und in Richtungen zeigen, die mich aber auch dann aufgefangen haben, wenn ich in eine andere Richtung gegangen bin. Die streng wirkenden, aber doch so helfenden und mütterlichen Hände meines Klassenvorstands. Die Hände meiner Freundinnen auf meiner Schulter, die mich nach einem Sturz wieder aufgerichtet, Pflaster auf meine Knie geklebt und mich ermutigend weitergeschubst haben. Und hinter allen anderen immer die liebevollen Hände meiner Eltern.
All diese Hände, die mich bis jetzt begleitet und gehalten haben, muss ich jetzt (langsam) loslassen.
Aber ich weiß diese Hände noch neben mir, und ich weiß, dass ich noch danach greifen kann, wenn es nötig ist
Ich strecke meine Arme aus, um die Balance selbst halten zu können und das ist das größte Geschenk, das all diese Hände mir gemacht haben: Sie haben mir gezeigt, dass ich die Hände erst frei haben muss, um selbst zu so einer stützenden Hand werden zu können, und dass ich genug Platz habe, um meine Arme auszubreiten.
Und jetzt lassen mir alle diese Hände diesen Raum. Und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Miriam

Anders als die meisten der diesjährigen MaturantInnen habe ich neun Jahre am Gymnasium verbracht. Das Gefühl, dass ich ein ganzes Jahr vergeudet habe, war wir ein Schlag ins Gesicht. Gott wollte mich testen und ich gab nicht auf. Heute bin ich stolz sagen zu können, dass ich mich nicht nur schulisch gebessert habe, sondern mich auch als Mensch zum Bessern weiterentwickelt habe. Gott hat mir bewiesen, dass mit ein bisschen Glück sich harte Arbeit, Glaube und Vertrauen in ihn auszahlen.
Mariah

Ich erinnere mich noch genau an die 4. Klasse, an die Gespräche mit Eltern und Lehrern: „Was jetzt?“ Das Angebot in die Englisch-Klasse umzusteigen oder doch in eine HAK zu wechseln? Ich möchte mich an diesem Punkt bei all denen bedanken, die mich bestärkten zu bleiben, die mir Rückenwind gaben und nie damit aufhörten. Ich weiß, dass ich alles andere als leicht umgänglich war, zu Schulstress kamen Selbstzweifel und Angst vor der Zukunft dazu. In kurzer Zeit soll ich maturieren, und ich fühle mich, wie damals, in der vierten. Und wieder habe ich sowohl meine Eltern, als auch Freunde, aber auch Lehrer, die mir vergewissern: Das schaffe ich schon!
Patricia

Ich glaube, der beste Dienst, den wir unserem Planeten, unserer Umwelt und uns selbst tun können, ist so zu werden wie wir sind. Also alles zu sein, was wir sein können. Unser Potential mit Enthusiasmus ganz auszuschöpfen. Die ideale Schule sollte uns SchülerInnen demnach dabei helfen, zu uns selbst zu finden. Und genau das habe ich in meinen vier Jahren am Sacré Coeur erfahren. Chancen. Unglaublich viele Chancen und Angebote, Verständnis auf allen Ebenen und Unterstützung dabei, meinen Interessen zu folgen und meine Ziele zu verwirklichen. Konkret sind das die drei horziontsprengenden Schulaustausche nach England / Beechwood, Spanien/Barcelona und Taiwan/Taibei, die ich machen durfte. Aber auch unsere Schülerzeitung aufzubauen und weiterzuführen, die Arbeit mit den talentierten und engagierten Leuten dort sowie die drei Jahre Darstellendes Spiel, in denen ich so viel mehr über mich gelernt habe, wie in so manchen anderen Fächern, waren eine enorme Bereicherung.  Die vielen Freistellungen für meine außerschulischen Projekte zeugen von dem Verständnis, das das Sacré Coeur jedem und jeder einzelnen von uns entgegenbringt. Aber es ist nicht nur der schulische Rahmen und die Möglichkeiten, die unsere Schule besonders machen. Der Respekt im Miteinander ist mindestens ebenso wichtig. Wenn ich in der Früh noch 10 Meter von der Glastür entfernt bin, nehmen sich in 80% der Fälle meist mir unbekannte SchülerInnen die Zeit, um stehen zu bleiben und mir die Türe aufzuhalten. Das klingt nach einer kleinen, unbedeutenden Geste. Vielleicht sogar nach einer klischeehaften Vorzeiganekdote, aber es ist doch in Wahrheit eine Metapher für all das, was ich bereits versucht habe, zu sagen. Am Sacré Coeur werden dir nicht nur Türen geöffnet, sie werden dir auch aufgehalten.  Dass das so bleibt, dass jede und jeder von euch mal die Türe aufhält, oder mal die Türe aufgehalten bekommt, wünsche ich euch, zukünftigen Absolventen und Absolventinnen von morgen.
Dorina

Gebet
Gott, du weißt, dass ich die vertrauten Begegnungen, die einzigartigen Freundschaften und die Freude an dieser Schule vermissen werde. Ich bin dir dankbar, dass du mich durch meine Schullaufbahn begleitet hast und sich dabei meine Beziehung zu dir immer wieder aufs Neue verändert hat. Du hast das Seil der Freundschaft neu zusammengeknotet, wenn es zu reißen gedroht hat und so durfte ich dir noch näher kommen, als ich es zuvor war.
Eines Tages werde ich vor dir stehen. Du wirst mich anschauen und mich so kennen, wie ich bin – mit all meinen Stärken und Schwächen, guten und schlechten Taten in meinem Leben. Du wirst mich fragen: Jana, liebst du mich? Herr, bitte gib mir die Kraft, dir wie Petrus zu antworten: Du weißt alles, Herr, und du weißt, dass ich dich liebe. Bitte hilf uns, die Hand, die du uns ausstreckst, zu nehmen und darauf zu vertrauen, dass du uns unser Leben lang begleitest. Bitte beseitige die Unsicherheiten und Zweifel all jener, die noch auf der Suche nach dem richtigen Weg sind. Hilf ihnen, sich auf ihre Sehnsucht zu verlassen.
Jana